Hundebegegnungen ohne Stress – die besten Tipps für Leinenkontakt und Co.

Hundebegegnungen sind oft ein Thema – nicht immer ein freudiges, denn viele Hunde und ihre Halter haben Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Hunden, egal ob mit oder ohne Leine. Daher möchte ich hier ein paar wichtige Punkte ansprechen, die du beachten solltest, wenn du mit deinem Hund einem anderen – angeleinten oder frei laufenden – Hund begegnest. 

Zwei Hunde ohne Leine beschnüffeln sich
Hundebegegnungen mit und ohne Leine sind immer wieder ein Thema

Grundsätzliches zum Thema Hundebegegnungen

Für entspannte und konfliktfreie Spaziergänge und Hundebegegnungen müssen gewisse Grundsätze beachtet werden. Dabei spielt es noch keine Rolle, ob du selbst mit oder ohne Leine unterwegs bist oder ob ihr einem angeleinten oder frei laufenden Hund begegnet. Es ist generell wichtig, dass auf beiden Seiten Höflichkeitsregeln beachtet werden und Verantwortung für den eigenen Hund übernommen wird. Die meisten Konflikte bei Hundebegegnungen entstehen aus fehlender Kommunikation, Unwissenheit oder auch Respektlosigkeit seitens der Hundehalter. Daher möchte ich in diesem Artikel auf ein paar wichtige Fakten eingehen und natürlich auch Tipps geben, wie du zukünftige Begegnungen mit anderen Hunden souverän und stressfrei meistern kannst.

Gibt es Welpenschutz bei Hundebegegnungen?

Hundetrainerin Rebecca Weiß aus Hamburg mit einem Welpen aus ihrem Welpenkurs
Rebecca mit einem Welpen aus ihrem Welpenkurs

Die Sache mit dem Welpenschutz ist eines der Gerüchte rund um den Hund, die sich besonders hartnäckig halten. Viele Hundebesitzer sind nämlich in dem Glauben, dass ältere Hunde sich generell freundlich gegenüber Welpen verhalten, weil diese den sogenannten Welpenschutz genießen. Egal ob es dabei um den eigenen Welpen geht oder um den jungen Hund, der ihnen begegnet – es wird schon gut gehen, auch wenn der Kleine sich danebenbenimmt. Doch diese Ansicht kann bei Hundebegegnungen unschön enden. 

 

Im eigenen Rudel und in der Gemeinschaft unter verwandten Hunden oder Wölfen gibt es zwar eine gewisse Toleranz und somit eine Art Welpenschutz. Doch auch hier werden von den älteren Tieren Grenzen gesetzt zum Zweck der Erziehung. Schließlich müssen alle lernen, sich an gewisse Regeln zu halten, damit ein Zusammenleben funktionieren kann. Über die Stränge schlagende Welpen werden daher zu Recht in die Schranken gewiesen.

 

Bei Hunden, die nicht dem gleichen Rudel angehören, sieht dies noch einmal anders aus. Hier liegt die grundsätzliche Toleranzgrenze viel niedriger und ein Welpenbesitzer kann und sollte nie davon ausgehen, dass der andere Hund sich das schlechte und evtl. respektlose Verhalten des Jungtiers gefallen lässt. 

Natürlich liegt es auch am jeweiligen Hund, inwieweit dieser sich dem Welpen gegenüber gelassen verhält. Lebenserfahrung, gute Erziehung und Sozialisierung können hier oft das freche Verhalten eines Welpen ausgleichen, so dass es nicht zu Konflikten kommt. Dennoch sollte jeder Hundebesitzer wissen, dass es DEN Welpenschutz schlicht und einfach nicht gibt, damit kein Welpe unschön in die Schranken gewiesen wird. Vernünftige Kommunikation unter den Hundebesitzern ist hier mal wieder besonders wichtig.

Hundebegegnungen an der Leine

Spätestens wenn du mit deinem frei laufenden Hund einem angeleinten Hund begegnest, solltest du deinen Hund ebenfalls an die Leine nehmen und mit dem anderen Halter kommunizieren, ob ein näherer Kontakt oder ein Spiel gewünscht ist.

 

Das Wichtigste bei Hundebegegnungen ist, die Entscheidung des anderen zu respektieren. Eventuell ist der andere Hund krank, zu alt, mag generell keine fremden Hunde etc. Du als Halter entscheidest natürlich ebenso für dich und deinen Hund, ob ein Beschnuppern stattfinden soll, und dein Vierbeiner lernt dadurch, dass nicht jeder Artgenosse, dem ihr begegnet, auch näher begrüßt wird.

Zwei Hunde an der Leine begrüßen sich
Kurzes Beschnuppern an der Leine – mehr aber besser nicht

Ableinen für uneingeschränkte Kommunikation bei Hundebegegnungen

Wenn beide Hundehalter möchten, dass die Hunde sich kennenlernen, ist es ideal, beide Hunde von der Leine zu lassen. Denn nur so kann der Erstkontakt mit uneingeschränkter Kommunikation unter den Hunden stattfinden. Eine Leine behindert die Hunde in ihrer Körpersprache und es kann zu Missverständnissen kommen. Daher solltest du vor dem Kontakt mit dem anderen Hund deinen Vierbeiner kontrolliert ableinen – Sitz, Leine abmachen, Auflösesignal.

 

Falls ihr euch an einer Straße befindet, an der das Ableinen nicht möglich ist, oder etwas anderes dagegenspricht, müssen beide Hundehalter abwägen, ob ein näherer Kontakt sinnvoll ist.

 

Bei Hunden, die sich schon kennen, ist ein kurzes Beschnuppern an der Leine in der Regel kein Problem. Spielen inklusive Leinensalat ist jedoch nicht nur nervig, sondern kann auch zu Missverständnissen und Streitigkeiten unter den Tieren führen. Wenn der Kontakt abgebrochen werden soll, ist es übrigens immer besser, wenn du deinen Hund rufst, anstatt dass du ihn an der Leine zu dir ziehst. Noch ein Grund mehr also, den Rückruf auch unter Ablenkung immer wieder zu trainieren.

Zwei abgeleinte Hunde beschnuppern sich
Stressfreie Hundebegegnung ohne Leine

Kein Leinenkontakt

Wenn dein Hund den anderen Hund noch nicht kennt, ist es meist besser, bei den Hundebegegnungen keinen Leinenkontakt zuzulassen. Denn die Gefahr, dass Missverständnisse aufgrund der eingeschränkten Bewegungsfreiheit auftreten, ist einfach zu groß. Die Leine grenzt den Hund in seiner Körpersprache und Kommunikation stark ein. Normalerweise benötigt ein Hund hierfür mehr Raum als die Leine ihm zur Verfügung stellt. 

 

Entscheidend ist immer die Individualdistanz des Hundes, die von Tier zu Tier unterschiedlich ist. An der Leine wird diese oft unterschritten, was dann zu Konflikten führen kann.

 

Gleichzeitig stellt die Leine einen Individualbereich dar, das Territorium des Hundes. Sein Mensch am anderen Ende der Leine sorgt somit auch dafür, dass er in diesem Bereich geschützt ist und kein anderer Hund darin eindringt. Das kann dazu führen, dass manche Hunde bei Leinenkontakt viel unentspannter reagieren als im Freilauf. Auch zeigen viele Hunde an der Leine eher ein Aggressionsverhalten als, da zusätzlich zur eingeschränkten Kommunikation eine Flucht aus einer unangenehmen Situation nicht möglich ist. Der Hund kann also nicht fliehen und reagiert so womöglich aggressiv.

Tipp für gemeinsame Spaziergänge oder Besuche

Wenn du mit anderen Mensch-Hund-Teams auf gemeinsamen Spaziergängen unterwegs bist und die Hunde nicht direkt ohne Leine laufen können, geht wie folgt vor. Lauft nebeneinander, die Hunde jeweils auf der äußeren Seite, so dass sie keinen Kontakt haben. Wenn ihr das Gebiet erreicht habt, in dem sie frei laufen können, leint ihr eure Hunde kontrolliert ab. So verstehen die Hunde auch, dass Herrchen und Frauchen entscheiden, wann sie rennen und spielen dürfen.

 

Wenn du mit deinem Hund einen anderen Hundebesitzer besuchst oder andersherum, ist es immer besser, wenn die Hunde sich draußen außerhalb des Grundstücks, zum Beispiel bei einem gemeinsamen Spaziergang ohne Leine kennenlernen und ihr erst danach zusammen in Garten, Wohnung oder Haus geht.

Hundebegegnungen mit frei laufenden Hunden

Wenn du mit deinem Hund an der Leine unterwegs bist und einem Hund begegnest, der nicht angeleint ist, solltest du dich auch hier wieder mit dem anderen Hundebesitzer abstimmen, ob ein Sozialkontakt von beiden Seiten erwünscht ist. Wenn ja, können beide Hunde kontrolliert abgeleint werden. 

 

Falls du bei einer Hundebegegnung keinen Kontakt möchtest, solltest du keine Hemmungen haben, dies freundlich dem anderen Hundehalter mitzuteilen.

Ein nicht angeleinter Hund schnüffelt am Elbstrand in Hamburg herum, im Hintergrund sind andere Hunde und Menschen zu sehen
Hundebegegnungen mit nicht angeleinten Hunden erfordert Kommunikation zwischen den Hundehaltern

Hundebegegnungen ohne Hundehalter

Doch natürlich gibt es auch Situationen, in denen zwar ein fremder unangeleinter Hund auftaucht, jedoch kein Besitzer. Dann kommt es auf dich an, schließlich verlässt sich dein Hund auf dich. Führung und Gefahrenabwehr gehören zum Job des Hundehalters mit dazu! 

 

Eine Möglichkeit wäre, umzudrehen und wegzugehen. Sollte der fremde Hund euch nachlaufen, musst du versuchen ihn abzublocken, so dass kein näherer Kontakt zwischen den Hunden stattfindet. Wie genau du einen Hund abblockst, kannst du übrigens in meinen Erziehungskursen lernen, denn das bedarf etwas Übung, ist dann aber auch sehr effektiv.

 

Eventuell kann es jedoch auch Sinn machen, dass du deinen Hund ebenfalls ableinst oder die Leine loslässt, damit er durch sie nicht in seiner Kommunikation oder Bewegung eingeschränkt wird. Theoretisch kann es in solchen Situationen zu Kämpfen kommen, doch wirklich ernste Fälle sind sehr selten.

 

Leider gibt es bei Hundebegegnungen auch immer wieder Hundehalter, die die Bitte anderer Besitzer, ihren Hund anzuleinen, hartnäckig ignorieren. Hier wirkt es oft Wunder, eine ansteckende Krankheit deines Hundes vorzutäuschen… 😉

Die wichtigsten Tipps für Hundebegegnungen im Überblick

  1. Kommuniziere mit dem anderen Hundehalter, ob und wie Sozialkontakt gewünscht ist.
  2. Wenn die Hunde sich schon kennen, ist ein kurzes Beschnuppern an der Leine ok.
  3. Wenn die Hunde sich noch nicht kennen, sollte kein Leinenkontakt stattfinden.
  4. Für einen Erst- und Sozialkontakt sollten beide Hunde kontrolliert abgeleint werden.
  5. Berücksichtige, dass die Leine die Hunde in ihren Bewegungen und in ihrer Kommunikation einschränkt und es dadurch zu Missverständnissen zwischen den Hunden kommen kann. Gleichzeitig bietet die Leine deinem Hund einen geschützten Bereich, in dem du für die Gefahrenabwehr zuständig bist.
  6. Berücksichtige, dass es keinen Welpenschutz gibt.
  7. Respektiere die Entscheidung anderer Hundebesitzer.

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