Eine gute Bindung zum Hund aufbauen – die 9 besten Tipps

Mensch und Hund wie mit einer unsichtbaren Leine verbunden, ein Herz und eine Seele – welcher Hundehalter wünscht sich das nicht? Schließlich möchte doch jeder Besitzer seinem Hund die größtmögliche Freiheit bieten! 

Wie sieht es bei dir und deinem Hund aus, hast du eine gute Bindung zu ihm? Wenn (noch) nicht, solltest du jetzt unbedingt weiter lesen, denn hier lernst du, wie auch du eine bessere Bindung aufbauen kannst, die die Grundlage für ein harmonisches Miteinander ist. So werden auch du und dein Hund ein eingespieltes Team.

Ein Hund schaut vertrauensvoll zu seinem Herrchen auf
Mensch und Hund als perfektes Team

Der Unterschied zwischen Bindung und Beziehung

Die beiden Wörter Bindung und Beziehung werden in Bezug auf das Verhältnis von Hund und Besitzer oft synonym verwendet, haben jedoch eine unterschiedliche Bedeutung. Denn eine Bindung ist viel stärker als nur eine Beziehung. Diese entsteht nämlich schon relativ schnell und ist allgegenwärtig. Der Nachbar zum Beispiel, der den Hund ab und zu streichelt und ihm ein Leckerchen gibt, hat dadurch eine Beziehung zum Hund, aber längst noch keine Bindung. Sie entsteht erst nach einem längeren Zeitraum und auch nur zu einzelnen, ausgewählten Personen. In der Regel sind das natürlich Herrchen oder Frauchen bzw. beide.

Häufige Fehler und Irrtümer beim Bindungsaufbau

Die fehlende Unterscheidung von Beziehung und Bindung bringt weitere Irrtümer mit sich. Denn manche Halter denken, dass sie zu ihrem Hund eine gute Bindung aufbauen können, wenn sie ihm besonders viel Aufmerksamkeit schenken, ihn bei jeder Gelegenheit streicheln oder oft mit ihm spielen. Auch das Gegenteil, nämlich eine konsequent strenge Erziehung oder intensives Training, wird von manchen Hunde-Besitzern als Voraussetzung für eine gute Bindung angenommen. Doch beides ist falsch. Zwar wird so eine Beziehung, aber noch keine Bindung zum Hund aufgebaut.

 

Übrigens ist der Aufbau einer Beziehung oder Bindung überhaupt erst nach der 14. Lebenswoche möglich, wenn beim Hund die Fremdelphase beginnt. Erst dann kannst du, und am besten noch eine zweite Person, mit dem Bindungsaufbau starten. Denn solltest du einmal verhindert sein, hat dein Hund so noch eine andere vertraute Bezugsperson und in diesen Situationen deutlich weniger Stress.

 

Das Ziel beim Aufbau einer guten Bindung ist immer ein gegenseitiges respektvolles Verhalten, das ohne viele Signale oder Worte auskommt. So dass dein Hund schließlich sowohl drinnen als auch draußen bereitwillig mit dir zusammenarbeitet.

Frau mit zwei Hunden, die dicht bei ihr sitzen
Bindungsaufbau sorgt für gegenseitiges respektvolles Verhalten

Wie baue ich eine gute Bindung zu meinem Hund auf? – 9 elementare Tipps

1. Die richtige Erwartungshaltung und Verständnis

Noch bevor du überhaupt versuchst, eine gute Bindung zu deinem Hund aufzubauen oder die bestehende Bindung zu verbessern, mache dir zuerst bewusst, was genau du überhaupt von ihm erwartest. Und kann dein Hund diese Erwartungen überhaupt erfüllen? Liegen etwaige Schwierigkeiten oder Fehler wirklich beim Hund oder vielleicht sogar bei dir selbst? Bedenke, dass ein Hund genauso seine Ecken und Kanten und einen eigenen Charakter hat wie du. Daher sei immer fair mit deiner Beurteilung sowie deiner Erwartungshaltung und habe Verständnis für deinen Vierbeiner. Auch in Situationen, in denen es vielleicht nicht so rund läuft. Eintauschen möchtest du ihn schließlich auch nicht mehr, oder?

2. Verständliche Kommunikation für eine gute Bindung

Die meisten Schwierigkeiten, die zwischen Mensch und Hund auftauchen sind schlicht Kommunikationsfehler. Während Menschen sich hauptsächlich verbal ausdrücken, kommunizieren Hunde überwiegend nonverbal, also mit Körpersprache. Denn aufgrund der unterschiedlichen Art, zu kommunizieren, treten häufig Missverständnisse auf. Die Lösung ist eigentlich ganz einfach – eine gemeinsame Sprache. Doch die musst du, genau wie dein Hund, erst einmal lernen. Daher ist es wichtig, dass ihr euch sozusagen auf gemeinsame Signale einigt. Das bedeutet natürlich, dass du diese Signale vorgibst, im Idealfall nonverbale aber auch verbale. So kannst du zukünftig Schwierigkeiten in der Kommunikation vermeiden und die Bindung zu deinem Hund verbessern.

3. Struktur und Rituale für den Alltag

Ein Hund ist ein Gewohnheitstier. Daher ist es wichtig, dass du in eurem Alltag einen strukturierten und geregelten Tagesablauf schaffst. Wenn dein Hund weiß, was wann passiert, wird alles für ihn berechenbarer und er kann sich darauf einlassen. Vor allem ängstliche oder empfindliche Hunde reagieren bei Änderungen oder Abweichungen von ihrer Normalität unsicher. Rituale, wie die Gassi-Runde nach dem Aufstehen oder das Spielen im Garten am Nachmittag, geben Sicherheit und zeigen deinem Hund, dass du ein verlässlicher Partner bist. 

4. Dem Hund Schutz bieten

Eine besonders wichtige Rolle spielst du als Besitzer in für den Hund unschönen Situationen. Das können je nach Hund Begegnungen mit anderen Hunden, fremden Menschen, Kindern etc. sein. Da dein Hund sich auf dich verlässt, ist es wichtig, dass du ihm Schutz bietest, wenn er diesen benötigt. Du solltest also zum Beispiel dann bei Bedarf dafür sorgen, dass diese fremden Artgenossen oder Personen ihm nicht zu nahe kommen oder ihn anfassen. So fühlt sich dein Hund bei dir sicher und du kannst Stress vermeiden oder zumindest reduzieren.

Frau kniet neben ihrem Hund auf einem Waldweg in Hamburg
Der Besitzer muss seinem Hund Schutz bieten – eine wichtige Voraussetzung für eine gute Bindung

5. Der Blick als Rückversicherung

Auf euren gemeinsamen Spaziergängen kannst du gut erkennen, wie tief eure Bindung bereits ist oder ob sie überhaupt schon ansatzweise vorhanden ist. Denn wenn dein Hund eine ausgeprägte Bindung zu dir hat, wird er dich als Besitzer nicht aus den Augen verlieren und regelmäßig zu dir schauen. Auch wenn er sich im Schnüffeln vertieft und die Umgebung eigentlich viel zu interessant ist. Verstehe daher jeden Blick deines Hundes zu dir als großes Kompliment, das du unbedingt erwidern solltest, gerne auch mit einem Lächeln oder einem netten Wort. So bestätigst du ihm, dass alles okay ist.

6. Kontaktaufnahme & körperliche Nähe

Die meisten Hunde lieben körperliche Nähe und Kontaktliegen – schließlich kennen sie es von klein auf aus der Welpenstube. Diese Kontaktaufnahme ist auch durchaus förderlich für eine gute Bindung – sofern sie nicht nur einseitig ist. Es nützt also nichts, den Hund den halben Tag zu streicheln, wenn dieser daran keinen Gefallen findet. Vielmehr müssen sowohl der Besitzer als auch der Hund das Kuscheln oder Streicheln etc. mögen. Denn dann wird dabei bei beiden das sogenannte Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet. Und das sorgt für den Abbau von Stress, stärkt das Vertrauen und fördert die soziale Bindung.

7. Vertrauen aufbauen mit Futter

Vor allem zu Beginn der Mensch-Hund-Beziehung und bei ängstlichen Tieren macht es durchaus Sinn, den Hund aus der Hand zu füttern. Denn Futter ist für ihn die wichtigste Ressource und wenn du diese verwaltest, bist du in jedem Fall wichtig für ihn. Außerdem nimmt das Futter deinen Geruch an, so dass es das Vertrauen deines Hundes in dich stärkt.

8. Mit Spiel & Spaß die Bindung stärken

Spiele mit dem Hund sind wunderbar für den Bindungsaufbau geeignet, das klassische Ballwerfen jedoch nicht. Denn hierbei bist du lediglich als Ball- oder Stöckchenwerfer im Einsatz, so dass du eine austauschbare Rolle einnimmst. Da das Ballholen selbstbelohnt ist, ist es dem Hund egal, wer den Ball wirft. Es handelt sich also um eine Jagdsequenz, die im ausgeprägten Fall sogar ein Junkieverhalten hervorrufen kann, das den Hund in Dauerstress versetzt. Dies führt dann oft zu einer eher schlechten Bindung zum Besitzer.

 

Wesentlich besser zum Bindungsaufbau geeignet sind zum Beispiel Suchspiele oder soziale Spiele mit Interaktion zwischen euch. Hier gibt es weder Druck noch übermäßige Kontrolle, so dass es auch mal etwas wilder zugehen darf. Springen, bellen oder rempeln sind ausnahmsweise mal erlaubt – und zwar beidseitig. Natürlich sollte die Stimmung dabei immer entspannt sein und du deinen Hund, falls es doch mal zu wild wird, immer sofort bremsen können. 

9. Hundetraining

Vor allem zu Beginn eures Zusammenlebens, wenn dein Hund noch nichts kann – zum Beispiel als Welpe oder ein älterer Hund aus dem Tierschutz – ist es wichtig, den Grundgehorsam zu trainieren. Das Training fördert die Bindung ungemein, denn hierbei beschäftigst du dich intensiv mit deinem Vierbeiner. 

 

Doch auch wenn ihr schon länger zusammen seid und dein Hund bereits einen guten Grundgehorsam hat, könnt ihr durch gemeinsames Training eure Bindung verstärken. Auf meinem Fun-Walk gebe ich beispielsweise Aufgaben und Übungen an die Hand, die du in deine täglichen Gassi-Runden einbauen kannst. Auf diese Weise wird dein Hund nicht nur körperlich, sondern auch mental ausgelastet und seine Konzentration gefördert. Auch bei meinen anderen Trainings und Veranstaltungen achte ich darauf, dass der gemeinsame Spaß von dir und deinem Hund im Vordergrund steht, denn diese gemeinsamen positiven Erlebnisse sind einfach perfekt, um eine gute Bindung aufzubauen.

Eine Frau mit ihrem Hund beim Training
Vor allem durch Training und gemeinsamen Spaß gelingt der Bindungsaufbau zum Hund

Übersicht: So baust du eine gute Bindung zu deinem Hund auf

  • Überprüfe deine Erwartungen und habe Verständnis für deinen Hund.
  • Lernt eine gemeinsame Sprache.
  • Strukturiere euren Alltag und schaffe Rituale.
  • Biete deinem Hund Schutz.
  • Erwidere den Blick deines Hundes.
  • Ermögliche beidseitig gewollten Körperkontakt.
  • Nutze die Fütterung aus der Hand vor allem zu Anfang, um Vertrauen aufzubauen.
  • Spielt sozial und mit Interaktion.
  • Trainiere mit deinem Hund den Grundgehorsam und mehr. Probiert Neues aus, z.B. Fährtensuche etc. – habt Spaß miteinander!

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